Das klassische slowenische Sonntagsessen hat drei Gänge: zuerst eine Suppe, dann ein Fleischgericht, das zusammen mit Beilage und Salat auf den Tisch kommt, und zum Schluss ein Dessert. Die bekannteste Kombination ist Rindsuppe mit Nudeln, Schweinsbraten oder Schnitzel, geröstete Kartoffeln und ein saisonaler Salat – also gar nicht so weit von der österreichischen Sonntagstafel entfernt. Hier finden Sie bewährte Menüs, einen Zeitplan und Tipps, wie das Essen einfacher, gesünder und günstiger wird.
So sieht das traditionelle Sonntagsessen in Slowenien aus
Die Reihenfolge, die fast jede slowenische Familie kennt, beschreibt auch der slowenische Tourismusverband: Suppe, dann Hauptgang mit Beilage und Salat, zum Abschluss eine Süßspeise. Üblich sind Rindsuppe mit Nudeln, Gemüsesuppe oder Pilzsuppe, als typischste Beilage gilt pražen krompir – gekochte Kartoffeln, mit Zwiebeln geröstet.
Die Gewohnheit hat lange Tradition. In vielen Arbeiterfamilien gab es Fleisch früher nur sonntags, wenn eine Rindsuppe gekocht wurde. Das gekochte Rindfleisch aus der Suppe kam mit Kartoffeln, Krensauce und Salat auf den Tisch: im Sommer grüner Salat mit hartgekochtem Ei, im Winter Sauerkraut, Rote Bete oder Essiggurken. Gegessen wurde zu einer festen Zeit, meist um zwölf Uhr.
Heute ist der Sonntagstisch vielfältiger, die Grundstruktur ist aber geblieben:
- Suppe – Rind-, Hühner-, Pilz- oder cremige Gemüsesuppe,
- Hauptgang mit Fleisch – Schweinsbraten, Wiener Schnitzel, Brathähnchen, Fleischroulade oder Gulasch,
- Beilage – Röstkartoffeln, Püree, Reis, Mlinci-Fladen oder Ofengemüse,
- Salat – saisonal, mit Kürbiskernöl und Apfelessig,
- Dessert – Apfelstrudel, Kuchen, eine Creme oder einfaches Ofenobst.
Ideen fürs Sonntagsessen: von traditionell bis einfach
Wenn Ihnen nichts einfällt, wählen Sie eines dieser vier Menüs. Alle haben sich in der heimischen Küche bewährt und reichen für vier bis sechs Personen.
| Menü | Suppe | Hauptgang und Beilage | Dessert |
|---|---|---|---|
| Traditionell | Rindsuppe mit Nudeln | Schweinsbraten, Röstkartoffeln, grüner Salat | Apfelstrudel |
| Aus dem Ofen | Kürbiscremesuppe | Hähnchenschenkel mit Kartoffeln und Karotten in einem Blech | Bratäpfel mit Zimt |
| Gesund | Gemüsesuppe | Putenfilet, Buchweizen, Ofengemüse | Joghurt mit Obst und Walnüssen |
| Einfach | Pilzsuppe | Fleischbällchen in Tomatensauce, Kartoffelpüree | Tiramisu im Glas ohne Backen |
Das entspannteste Sonntagsessen kommt aus dem Ofen
Ein Ofengericht ist die Lösung für alle, die nicht den ganzen Vormittag am Herd stehen wollen. Sobald das Blech im Ofen ist, bleibt Zeit für die Familie, den gedeckten Tisch oder einen Spaziergang.

Fleisch, das sich fast von selbst brät
Am dankbarsten sind Stücke mit etwas Fett wie Schweinenacken oder Schulter, die auch nach langer Garzeit saftig bleiben. Ebenso zuverlässig sind Hähnchenschenkel und Unterkeulen. Reiben Sie das Fleisch am Vorabend mit Salz, Knoblauch, Rosmarin und Senf ein und lassen Sie es im Kühlschrank ziehen. Zuerst zugedeckt garen, damit es zart wird, die letzte halbe Stunde offen, damit eine knusprige Kruste entsteht. Vor dem Aufschneiden zehn Minuten ruhen lassen, damit der Saft im Fleisch bleibt.
Die Beilage im selben Blech
Kartoffeln, Karotten, Kürbis, Zwiebeln und Petersilienwurzel in gleich große Stücke schneiden und etwa eine Stunde vor Ende zum Fleisch geben. Das Gemüse gart im Bratensaft, und nach dem Essen ist nur ein Blech zu spülen.
Zeitplan: das Sonntagsessen ohne Stress
Am meisten Stress entsteht, wenn alles gleichzeitig fertig werden muss. Ein einfacher Plan verteilt die Arbeit auf zwei Tage:
- Samstag: Einkauf, Rindsuppe kochen (langsam, zwei bis drei Stunden), Fleisch einlegen, Dessert ohne Backen zubereiten.
- Sonntag, drei Stunden vor dem Essen: Fleisch in den Ofen.
- Eineinhalb Stunden vorher: Kartoffeln zum Rösten kochen oder Gemüse ins Blech geben.
- Eine halbe Stunde vorher: Suppe erwärmen, Nudeln kochen, Salat vorbereiten und erst kurz vor dem Servieren anmachen.
- Während der Suppe: Das Fleisch ruht, die Kartoffeln werden fertig geröstet.
Ein gesünderes Sonntagsessen ohne Verzicht
Auch ein Festessen kann ausgewogen sein. Empfehlungen für gesunde Ernährung raten, dass etwa die Hälfte jeder Mahlzeit aus Gemüse besteht, möglichst frisch, saisonal und regional. Ein paar einfache Tauschideen:
- im Ofen garen statt frittieren – das Wiener Schnitzel ab und zu durch Ofenhähnchen ersetzen,
- mageres Fleisch wie Pute oder Hähnchenbrust und mehr Gemüse im Blech,
- weniger Salz, mehr Kräuter: Majoran, Thymian, Rosmarin, Lorbeer,
- Buchweizen oder Hirse, Vollkornnudeln oder Hülsenfrüchte statt einer der Beilagen,
- ein Dessert aus saisonalem Obst, etwa Bratäpfel oder gebackene Birnen.
Was kostet ein Sonntagsessen?
Ein selbst gekochtes Sonntagsessen ist fast immer günstiger als ein Restaurantbesuch, besonders für eine größere Familie. Am meisten sparen Sie bei der Fleischwahl: Schulter, Nacken und Hähnchenschenkel kosten weniger als Filet und sind obendrein saftiger. Rindsuppe lässt sich auch aus Knochen und günstigem Suppenfleisch kochen, saisonales Gemüse ist im Herbst und Winter am preiswertesten. Bratenreste werden am Montag zu Sandwiches oder Risotto.
Wer lieber nicht selbst kocht: Viele slowenische Gasthäuser (gostilne) bieten sonntags ein Menü mit Suppe, Hauptgang und Dessert an. Die Preise unterscheiden sich je nach Ort und Lokal deutlich, prüfen Sie Menü und Preis also vorab und reservieren Sie am Sonntag lieber einen Tisch.
Häufige Fragen
Was kocht man zum Sonntagsessen?
Bewährt ist Rindsuppe mit Nudeln, ein Schweinsbraten oder Schnitzel, geröstete Kartoffeln und ein saisonaler Salat, zum Abschluss ein Obstdessert. Wer weniger Arbeit möchte, wählt ein Ofengericht, bei dem Fleisch und Gemüse gemeinsam in einem Blech garen.
Wie kann ich das Sonntagsessen vorbereiten?
Kochen Sie die Rindsuppe am Samstag, über Nacht wird sie sogar aromatischer, und legen Sie das Fleisch am Abend ein. Auch ein Dessert ohne Backen lässt sich am Vortag zubereiten. Am Sonntag bleiben nur Braten, Beilage und Salat.
Welche Beilage ist typisch für das slowenische Sonntagsessen?
Die typischste slowenische Beilage zum Fleisch ist pražen krompir: gekochte Kartoffeln, die mit Zwiebeln geröstet werden. Häufig sind auch Püree, Reis, Mlinci-Fladen oder Ofengemüse, zu gekochtem Rindfleisch passt Krensauce.
Wie wird das Sonntagsessen gesünder?
Gemüse sollte etwa die Hälfte des Tellers ausmachen, wählen Sie mageres Fleisch und braten Sie es im Ofen statt in der Pfanne. Ersetzen Sie einen Teil des Salzes durch Kräuter und tauschen Sie die Beilage ab und zu gegen Buchweizen, Vollkornnudeln oder Hülsenfrüchte.


